Zweisprachigkeit
«Es ist nie zu spät… EINSPRACHIGKEIT ist heilbar!»
Gibt es noch echte Romaninnen und Romanen, die nur Romanisch sprechen und verstehen? – Nein, die gibt es schon lange nicht mehr. Wir werden mit zwei Sprachen gross, mit Romanisch und Deutsch.
Nach dem bekannten Sprachwissenschafter Jim Cummins verstärkt das Lernen einer Zweitsprache die Erstsprache. Das heisst, dass deutschsprachige Kinder, die Romanisch lernen, auch in ihrer Muttersprache profitieren. Dasselbe gilt für romanischsprachige Kinder, die Deutsch lernen. Cummins sagt aber auch: Es ist sehr wichtig, dass die Familiensprache konsequent gepflegt und gesprochen wird.
„Rumauntsch, tudas-ch in üna inclegians in Engiadina.“
In ganz Europa, auch in der Schweiz, existieren Schulprojekte, welche die Zweisprachigkeit fördern. Diese soll den Kindern Vorteile bringen. Weil dem so ist, setzen wir auch bei uns auf die Zweisprachigkeit.
25 Jahre zweisprachige Gemeindeschule Samedan
2022 feierte die Gemeindeschule Samedan 25 Jahre Zweisprachigkeit. Das Jubiläum wurde mit diversen Anlässen und Aktionen begangen.
Das Konzept
In der zweisprachigen Gemeindeschule Samedan wird nach dem Model der frühen partiellen Immersion unterrichtet. Das heisst, dass beide Sprachen [Romanisch(Puter) und Deutsch (Standardsprache)] vom Kindergarten bis zur Abschlussklasse der Oberstufe als Unterrichtssprachen angewendet werden. Um das Romanische als schwächere Sprache zu fördern, sind ihre Unterrichtsanteile in Kindergarten und Primarschule grösser als die des Deutschen. Auf der Oberstufe wird eine gleichmässige Verteilung der Unterrichtsanteile auf beide Sprachen angestrebt.
Das Samedner Modell ist auf folgende Ziele ausgerichtet:
- Schüler:innen und Eltern sollen den kulturellen Wert des Romanischen, aber auch die persönlichen und beruflichen Vorteile der Zweisprachigkeit erkennen und diese als Bereicherung erleben.
- Bei Schüler:innen soll ein fortgeschrittenes Sprachverständnis geweckt werden, welches ihnen – verbunden mit einer ausgewogenen Mehrsprachigkeitskompetenz – gute Bildungschancen in unserem mehrsprachigen Land gewährleisten soll.
Folgende Grundsätze sollen die Erreichung dieser Ziele unterstützen:
- Für den Erwerb der Zweisprachigkeit nach dem Prinzip der Immersion steht die gesamte Dauer des Kindergartens und der Volksschule zur Verfügung.
- Im Unterricht wird durch Binnendifferenzierung, flexible Unterrichtsgestaltung und angepasste Leistungsbewertung auf die unterschiedliche Sprachentwicklung der einzelnen Schüler:innen Rücksicht genommen.
- Die zweisprachige Gemeindeschule Samedan bietet integrierte Unterstützung und Förderung für Kinder/Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen und/oder Verhaltensauffälligkeiten.
- Die Entwicklung des zweisprachigen Unterrichts wird durch gezielte Weiterbildung der Lehrkräfte und durch eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation unterstützt.
- Die Schule ist bestrebt, die Ergebnisse dieser Evaluation bekannt zu machen, damit eine öffentliche Diskussion über die Zweisprachigkeit geführt und die Zusammenarbeit mit den Eltern vertieft werden kann.
- Schule und Gemeinde fördern die Zweisprachigkeit gemeinsam und haben zu diesem Zweck die Stelle eines Koordinators geschaffen. Neu zuziehende Schüler:innen, die einer Schulsprache nicht mächtig sind, erhalten während zweier Jahre Integrationshilfe in Form von speziellem Sprachunterricht in Deutsch und/oder Romanisch.
Hier geht es zum Konzept zur Förderung der romanisch-deutschen Zweisprachigkeit.
Kontakt:
- Nina Dazzi-Andry (Koordinatorin Zweisprachigkeit)
081 852 10 61
nina.dazzi@schule-samedan.ch